Kaffee nach dem Essen, schwarz und kräftig soll er seinKaffee wird in Deutschland so gar noch mehr getrunken, als Bier - und gerade nach einem guten Essen darf eine Tasse kaffee nicht fehlen. Der in früheren Zeiten oft obligate „Mokka“, wie türkischer Kaffee nach Absetzen des Kaffeesatzes ungefiltert, schwarz und süß getrunken ist heute kaum mehr anzutreffen - der Kaffee aus Filter- oder Padmaschinen hat ihn schon lang verdrängt, und auch die Unbequemlichkeit des händischen Aufgusses nimmt heute kaum mehr jemand auf sich. Nur in Holland bekommt man noch, wenn man in Restaurants Kaffee bestellt, vielerorts tatsächlich ein Kännchen heißes Wasser und einen kleinen Filter mit etwas Kaffeepulver darin. Etwa seit dem 16. Jahrhundert ist Kaffee in Europa verbreitet, und mit dem weltweiten Siegeszug des braunen Gebräus wurde auch der Kaffeestrauch, der ursprünglich nur in Äthiopien heimisch war, in praktisch allen Gegenden der Welt mit geeignetem Klima angebaut. Dabei hat sich eine fast unüberschaubare Sortenvielfalt entwickelt, die sich durch unterschiedliche Röst- und Zubereitungsmethoden noch vergrößert. Die beiden ursprünglichen Arten des Kaffeestrauchs bilden auch die Grundlage für die gängigsten Sorten, nämlich Arabica und Robusta, gebräuchlich ist auch eine Mischung der beiden Sorten. Je nach Anbaugebiet haben die Bohnen der beiden Sorten allerdings oft beträchtliche Unterschiede im Geschmack. Daneben gibt es noch den Hochland-Kaffee, dessen Bohnen von einem kleineren, aber recht widerstandsfähigen Strauch in Guinea und Sierra Leone stammen, eine - eher selten anzutreffende - mexikanische Sorte und den vietnamesischen Kaffee, der eine Mischung aus verschiedenen Sorten darstellt und außerhalb Vietnams praktisch kaum erhältlich ist. Wegen ihres ausgezeichneten Aromas nehmen die Arabica-Sorten mehr als die Hälfte des Marktes ein, der Rest entfällt fast ausschließlich auf die Robusta-Sorten. Den teuersten und seltensten Kaffee findet man übrigens in Indonesien - er wird ausschließlich aus Bohnen hergestellt, die von einer Katzenart nach dem Verzehr der Kaffeekirschen wieder ausgeschieden werden, und durch den Gärungsprozess im Darm einen ganz besonderen Geschmack haben. Aber wohl etwas für wirkliche Kenner. Neben der Bohnensorte spielt auch die Röstung eine wesentliche Rolle für den Geschmack des Kaffees: Vor allem die Rösttemperatur und die Dauer des Röstens sind dabei entscheidend. Langsame, schonende Röstungen erzeugen dabei weniger Bitterstoffe und eine höhere Qualität. Mittelstark geröstete Bohnen ergeben den so genannten „Frühstückskaffee“, die starke Röstung nennt sich auch Wiener Röstung, während doppelt gerösteter Kaffee auch „Continental“ genannt wird. Werden die Kaffeebohnen noch stärker geröstet, entsteht daraus der italienische Espresso. Aber egal, welche Sorte man zu seiner Lieblingssorte erwählt - das schwarze Gebräu schmeckt einfach. |